Amiga - Software Ausstattung

Vor allem die Software der Amiga-Modelle erfreute durch viele Innovationen, die ihrer Zeit um einiges voraus waren. Das eigene Amiga-Betriebssystem, AmigaOS, war modular aufgebaut, was bedeutet, dass nicht mehr eine Komponente für alle Vorgänge des Computers verantwortlich war, sondern kleine Einheiten für bestimmte Bereiche gedacht waren. Ähnlich wie andere bekannte Software der Betriebssystem Linux und Unix, besaß auch AmigaOS einen Kommandozeileninterpreter, um konkrete Befehle möglichst schnell ausführen zu können.

Die ansprechende Benutzeroberfläche war farbig dargestellt und verfügte bereits über viele Multitasking-Funktionen, die durch eine recht intuitive Handhabung Prozesse und Abläufe am Computer deutlich beschleunigten und vereinfachten. Schon 1986 lief das AmigaOS mit einer RAM-Disk, die einen schnelleren Zugriff auf Dateien ermöglichte.

Eine weitere Besonderheit war die mögliche Verwendung verschiedener Dateisysteme, die durch die Modularität des Betriebssystems leicht ergänzt werden konnten und vor allem für die Benutzung der Festplatten vorteilhaft war. Das ursprüngliche Dateisystem war das Amiga File System, das später von der schnelleren Variante, dem Fast File System, abgelöst wurde. In Kombination mit den Multitasking-Funktionen war es möglich, die Dateien von bis zu vier Disketten auf einmal zu löschen. Das verbesserte Fast File System ermöglichte sogar das Beschreiben von HD-Disketten mit doppelter Kapazität.

Weiterhin war das AmigaOS aufwärts kompatibel, wofür Bibliothek und Treiber sorgten. Dank der Pulse Code Modulation konnte der Amiga bereits alle möglichen Töne wiedergeben, was ihn gegenüber der Konkurrenz, die nur ein bestimmtes Klang-Spektrum wiedergeben konnte, deutlich hervorhob. Diesem Umstand war es auch zu verdanken, dass der Amiga der erste Computer war, der serienmäßig über Software zu Sprachsynthese verfügte.

Eine weitere Innovation war das Verzichten auf Dateiformatkonverter zu Gunsten von Datatypes. Hierdurch konnten alle möglichen Dateiformate gelesen und geschrieben werden, da sie über eine serielle Schnittstelle geladen und gespeichert wurden.

Amiga bemühte sich stets um eine Weiterentwicklung, Verbesserung und Vereinfachung der Software, um den Umgang mit dem Computer für den Benutzer so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten.